Gemeindehaus-Renovierung: Präsentation der Studierenden

Fabian Holst konnte gar nicht aufhören, seiner Begeisterung Ausdruck zu verleihen. Für den Dozenten an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim im Fachbereich Gestaltung war es eine Premiere, dass seine Studenten mit einer Kirchengemeinde zusammenarbeiteten. Für die Pfarrei St-Matthias Achim, die sich im Verwaltungsbereich des katholischen Bistums Hildesheim befindet, war es hingegen naheliegend, die Kooperation mit dieser Hochschule zu suchen.

Studenten liefern Ideen für das Gemeindehaus.

Im Rahmen der Planungen zur Gemeindehaus-Renovierung gelang der Projektgruppe ein seltener Glücksgriff: Studierende der Hildesheimer Hochschule für Gestaltung arbeiteten kreative und professionelle Entwürfe aus. So entstand für beide Seiten eine Win-Win-Situation. Ende März wurden die Arbeiten vorgestellt und prämiert.

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Gemeindehaus-Renovierung: Präsentation der Studierenden

Fabian Holst konnte gar nicht aufhören, seiner Begeisterung Ausdruck zu verleihen. Für den Dozenten an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim im Fachbereich Gestaltung war es eine Premiere, dass seine Studenten mit einer Kirchengemeinde zusammenarbeiteten. Für die Pfarrei St-Matthias Achim, die sich im Verwaltungsbereich des katholischen Bistums Hildesheim befindet, war es hingegen naheliegend, die Kooperation mit dieser Hochschule zu suchen.

Auf Initiative der Planungsgruppe – allesamt ehrenamtlich engagiert und mit der Pfarrei eng verbunden – waren Holst und rund 20 Studenten der Einladung nach Achim gefolgt und hatten sich der Aufgabe einer professionellen Gestaltung des Gemeindehauses gestellt. Die Studierenden bearbeiteten das Projekt im Rahmen ihrer Bachelor- bzw. Masterstudien, erschwert, bedingt durch die Pandemie, überwiegend im digitalen Format. Für beide Seiten erwies sich die Zusammenarbeit als echte „Win-Win“-Situation. Die Studierenden erhielten die seltene Gelegenheit, mit realen Bedingungen, Maßen, Lichtverhältnissen usw. sowie einem tatsächlichen „Auftraggeber“ mit zeitlicher Frist zu arbeiten. St-Matthias bekam hochwertige, professionelle und kreative Entwürfe mit einem wichtigen Blick von außen: Das katholische Gemeindehaus liegt schon länger weit unter seinen Möglichkeiten. Wo früher der Saal durch Veranstaltungen regelmäßig gut gefüllt war oder Gesprächskreise sich Räume teilen mussten, sucht heute nahezu nur noch die Kerngemeinde das Haus auf. Es gelang den Studierenden, das Potential des Hauses, aber auch des regionalen Sozialraums zu erkennen und auszugestalten, so dass St-Matthias jetzt wertvolle Impulse für die Nutzung des Hauses in den Händen hat.

Dass sich die kirchliche Projektgruppe, die zu Beginn das Augenmerk vor allem auf Möblierung und Beleuchtung gelegt hatte, gespannt auf die fachliche Herangehensweise der Hildesheimer einließ, hat sich gelohnt. Ende März war es soweit: 16 Entwürfe wurden der Gruppe präsentiert, im sicheren Zoom-Format. Was immer die Gruppe erwartet hatte, es wurde bei weitem übertroffen. Dank der Gestaltungsfreiheit der jungen Menschen wehte plötzlich ein ganz neuer Wind in dem tristen Gemeindehaus: Da erstaunten wirkungsvolle Farbwelten im gesamten Haus. Da betrat man eine Lobby mit Sitzgelegenheiten, Garderobe und transparenten Wänden. Da lud der Saal mit flexibler Möblierung und gemütlichen Akzenten zu Begegnung und Gespräch ein. Da überzeugten moderne Sanitärräume und barrierefreie Zugänge. Wünsche an eine Nutzung für Spiritualität oder Musik fanden gleichermaßen Raum wie Jugend- oder Gremienarbeit. An einigen Ideen, z.B. dem „Achimer Hocker“, einem Leitsystem oder einem neuen Logo war die hohe Motivation für das Projekt deutlich zu spüren. Herr Holst hatte allen Grund, stolz auf seinen Kurs zu sein. Die Projektgruppe belohnte die drei für sie überzeugendsten Entwürfe mit einem Buchpreis.

Nun steht die Gruppe vor der Herausforderung, die Prioritäten neu zu setzen. Soll die Renovierung sich wie geplant auf das notwendige Minimum beschränken (Anstrich, Boden, Möblierung, Beleuchtung)? Oder sollte man über ein Konzept für das gesamte Haus nachdenken (moderne Sanitärräume, Barrierefreiheit zu den Kellerräumen und multifunktionale Nutzungsmöglichkeiten) Die Meinungen gehen auseinander: „Wir sollten einfach nur alles frisch machen, alles weitere ist Aufgabe der nächsten Generationen“ versus „Wenn wir jetzt nicht Nägel mit Köpfen machen, stirbt das Haus und die Gemeinde endgültig aus“. Machen wir so weiter wie bisher oder nutzen wir die Chance, St-Matthias in Achim mutig zu beleben? Es ist der Gemeinde zu wünschen, dass sie sich von der Begeisterung der Studierenden anstecken lässt!

Birgit Asmuß